Feministische Demo zum Frauen*kampftag 2015

6. März 2015. 17:30 Uhr. Rudolphsplatz Marburg. (Vor dem Kino)

Wir müssen feministische Kämpfe selbst führen. Let’s organize!
Wir nehmen den internationalen Frauen*kampftag am 8. März zum Anlass, feministische Kämpfe sichtbar zu machen und in die Öffentlichkeit zu tragen. Wir müssen den offenen und subtilen Angriffen auf unsere Rechte entgegentreten und gemeinsam Strategien entwickeln. Dabei wollen wir nicht den Status Quo verteidigen, sondern weiterhin für ein Fortschreiten der emanzipatorischen Bewegung aktiv werden.
Wir kämpfen für politische und soziale Gerechtigkeit und Teilhabe. Wir kämpfen für die Möglichkeit, eigene Lebensentwürfe umzusetzen; Kinder zu haben oder keine Kinder zu haben; zu lieben, wen wir wollen, zu arbeiten, wenn und was wir wollen; auszusehen und aufzutreten, wie wir wollen und uns nicht patriarchalen Vorstellungen von Frauen* als Objekten zu unterwerfen; so laut und so leise zu sein, wie wir wollen!
Ob Grrrls, Ladiezz, Mädchen, Trans, Queers, Lesben, Femmes, Butches oder Bitches: Raus zum internationalen Frauen*kampftag!

Unversöhnlich sein mit den herrschenden Verhältnissen!
Trotz formaler Gleichstellung in der Politik, im Beruf und im Bildungsbereich gibt es bis heute gravierende Unterschiede im Geschlechterverhältnis. Auch wenn Schlagworte wie Lohnungleichheit der Doppelbelastung und Unvereinbarkeit von Familie und Beruf inzwischen abgedroschen klingen mögen, haben sie leider nichts von ihrer Aktualität verloren. (Frauen* bekommen nämlich immer noch im Durchschnitt 22% weniger Bruttostundenlohn als Männer in der BRD.) Die herrschenden Verhältnisse sind zäh, aber wir sind unversöhnlich!

Die sexistische Normalität stören und sexualisierte Gewalt angreifen!
Blöde Anmache in der Disse, herabwürdigende Kommentare von Lehrern oder am Arbeitsplatz, im Dunkeln lieber doch nicht alleine joggen gehen, nerviges auf den Busen-Glotzen und Hinterhergepfeife auf der Straße, angegrapscht werden, oder wenn breitbeiniges Sitzen, ‚zu kurze‘ Röcke oder nicht rasierte Beine als Provokation wahrgenommen und natürlich sofort kommentiert werden. Der alltägliche Sexismus – total normal? Wir finden: no way!
Auch in Deutschland formieren sich immer mehr sogenannte „Pick-up-Artists“ und auch Julien Blanc, einer der führenden Köpfe, versucht immer wieder hier Seminare abzuhalten. In diesen Seminaren geht es darum, Frauen* ihren Willen abzusprechen und sie zu sexuellen Handlungen zu „verführen“, was übersetzt bedeutet: Sie zu zwingen. Mit Checklisten und Videos propagiert er Methoden und Techniken, wie etwa den „Würgegriff“ bei fremden Frauen*. Diese Pick-Up-Artists sind Ausdruck einer Kultur, in der Frauen* als Statussymbole und Objekte gelten. In dieser ist sexualisierte Gewalt als Ausdruck von Macht und Besitzansprüchen alltäglich und wird als „männliche Sexualität“ normalisiert. Doch Täter, wie z.B. die Pick-Up-Artists, sehen sich selbst nicht als gewalttätig, sondern lediglich als „Verführer“. Einer der häufigsten Sätze, den Frauen* bei einer Vergewaltigung zu hören kriegen ist: „Du willst es doch auch.“
Wir haben diese frauenverachtende Kultur satt. Wir wissen selbst was wir wollen, mit wem und wann wir welche Sexualität leben wollen. Und, liebe Pick-Up-Artists, wir freuen uns darauf, euch auf der Straße zu begegnen und euch den Würgegriff noch einmal genauer zu demonstrieren.
Unser Weg ins Glück – Frauen* schlagt zurück!

Für Selbstbestimmung und Emanzipation eintreten!
In die körperliche Autonomie von Frauen*, Trans* und Intersex Personen wird weiterhin massiv eingegriffen und diese permanent verletzt. Ein Beispiel ist der seit 2010 verschärfte §218, der den Schwangerschaftsabbruch verbietet und die Straffreiheit reguliert. Ein weiteres Beispiel ist die gewaltvolle Durchsetzung der Zweigeschlechtlichkeit. Intergeschlechtliche Babys werden meist in den ersten Lebensjahren zwangsoperiert, lebenslange körperliche und seelische Folgen inklusiv. Das alles nur, um die Illusion der Zweigeschlechtlichkeit aufrecht zu erhalten.
Eine Regulierung davon, welche Genitalien wie und an welchen Körpern okay sind, schränkt immer wieder gerade Trans*personen ein. Der Zugang zu medizinischen Eingriffen wird durch Pathologisierungen und Kriminalisierungen verbaut. Noch immer bestimmt der Medizinische Dienst der Krankenkassen, wann Trans*Personen welche geschlechtsangleichenden medizinischen Maßnahmen in welcher Reihenfolge durchführen lassen können.
Diese immerwährenden Angriffe auf das sexuelle, körperliche und reproduktive Selbstbestimmungsrecht von Frauen*, Trans* und Interpersonen geben akuten Anlass zur Wiederaufnahme eines Kampfes, der „My Body My Choice“ wieder zur zentralen Forderung machen muss. Körperliche Selbstbestimmung heißt auch so dick, so dünn, so groß, so klein, so schön, so hässlich, so (un-)behaart, so geschminkt und so gekleidet sein zu können, wie jede* will!


Für einen radikalen Feminismus! 8 März ist alle Tage, am 6. März auf die Straße gehen!

Wir laden alle FrauenLesbenTrans* ein, mit uns am 6.März um 17:30 Uhr auf die Straße zu gehen. Den Kampf um die Befreiung von sexistischem Alltag und patriarchalen Strukturen können nur wir selbst führen. Geht mit uns auf die Straße, seit wütend, seit laut, habt Spaß.

Raise your voice, my body my choice!