Frauen*demo – am 8. März auf die Straße gehen!

Wir müssen feministische Kämpfe selbst führen. Let’s organize!
Wir nehmen den internationalen Frauen*kampftag am 8. März zum Anlass, feministische Kämpfe sichtbar zu machen und in die Öffentlichkeit zu tragen. Wir sind solidarisch mit den vielen feministischen Kämpfe, wie sie von Schwarzen, lesbischen, queeren, be-hinderten, hetera und noch viel mehr Frauen* zu unterschiedlichen Zeitpunkten und unter unterschiedlichen gesellschaftlichen Bedingungen geführt wurden. Wir sind solidarisch mit all diesen Kämpfen, die einerseits für spezifische Ziele und Bedürfnisse kämpfen, doch gleichzeitig gemeinsam haben, gegen Diskriminierung und Ungleichheit zu kämpfen und für gleiche Rechte und Anerkennung einzutreten. Heute müssen wir den subtileren Angriffen auf unsere Rechte allerdings neu begegnen und gemeinsam neue Strategien entwickeln. Dabei wollen wir nicht den Status Quo verteidigen, sondern weiterhin für ein Fortschreiten der emanzipatorischen Bewegung aktiv werden. Wir kämpfen für politische und soziale Gerechtigkeit und Teilhabe. Wir kämpfen für die Möglichkeit, eigene Lebensentwürfe umzusetzen; Kinder zu haben oder keine Kinder zu haben; zu lieben, wen wir wollen, zu arbeiten, wenn und was wir wollen; auszusehen und aufzutreten, wie wir wollen und uns nicht patriarchalen Vorstellungen von Frauen* als Objekten zu unterwerfen; so laut und so leise zu sein, wie wir wollen!
Ob Grrrls, Ladiezz, Mädchen, Trans, Queers, Lesben, Femmes, Butches oder Bitches: Raus zum internationalen Frauen*kampftag! Am 8. März auf die Straßen gehen!

Unversöhnlich sein mit den herrschenden Verhältnissen!
Trotz formaler Gleichstellung in der Politik, im Beruf und im Bildungsbereich gibt es bis heute gravierende Unterschiede im Geschlechterverhältnis. Auch wenn Schlagworte wie Lohnungleichheit (Frauen bekommen im Durchschnitt 22% weniger Bruttostundenlohn als Männer in der BRD) oder Doppelbelastung und Unvereinbarkeit von Familie und Beruf (immerhin ganze 27% der Väter gehen für meistens ganze 2 Monate in Elternzeit) inzwischen abgedroschen klingen mögen, haben sie leider nichts von ihrer Aktualität verloren. Erinnert sei an den Vorschlag der Familienministerin Kristina Schröder zur ‚Herdprämie‘, ein lächerliches Betreuungsgeld für , Elternteile (vermutlich welchen Geschlechts?), die sich zu Hause um ihre Kinder kümmern und die gerade offiziell beschlossen wurde. Oder an die super Idee einer ‚Flexiquote‘, eine freiwillige, selbstverpflichtende Quote von Unternehmen (der Anteil von Frauen in den Vorständen bei großen börsendatierten Unternehmen liegt übrigens bei ca. 3%). Die herrschenden Verhältnisse sind zäh, aber wir sind unversöhnlich!

Die (hetero-)sexistische Normalität stören!

Der alltägliche Sexismus – gerade war er wieder mal in aller Munde. Die Debatte um die Äußerungen des FDPlers Rainer Brüderle gegenüber der Journalistin Laura Himmelreich stießen im Januar 2013 eine empörte Debatte über sexistisches Verhalten von Männern an. Zum Teil wurden die Äußerungen als saloppe, eventuell unpassende Bemerkungen verharmlost. Zum Teil wurden Überraschung und Bestürzung geheuchelt, dass ’sowas‘ ‚heutzutage‘ noch vor komme. Schade, dass es einen Rainer Brüderle braucht, um plötzlich solche Verhaltensweisen gegenüber Frauen* als skandalös bezeichnen zu können, gehören sie doch zur Alltagserfahrung vieler Frauen* und scheinen sonst kaum eine_n zu irritieren: Blöde Anmache in der Disse, herabwürdigende Kommentare von Lehrern oder am Arbeitsplatz, im Dunkeln lieber doch nicht alleine joggen gehen, nerviges auf den Busen-Glotzen und Hinterhergepfeife auf der Straße, angegrapscht werden, oder wenn breitbeiniges Sitzen, ‚zu kurze‘ Röcke oder nicht rasierte Beine als Provokation wahrgenommen und natürlich sofort kommentiert werden. Der alltägliche -Sexismus – total normal? Wir finden: no way!

Für Selbstbestimmung und Emanzipation eintreten!
Im Januar 2013 wurde in Köln einer Frau ,die sich nach einer Vergewaltigung in zwei verschiedenen katholischen Kliniken zur Beweisaufnahme gynäkologisch untersuchen lassen wollte, die Untersuchung sowie die ‚Pille danach‘ verwehrt. Im Jahr 2010 wurde die körperliche Autonomie von Frauen durch die Verschärfung des Gesetzes zum Schwangerschaftsabbruch eingeschränkt. Der § 218 ist ein weiteres Mal Symbol für den frauenfeindlichen Reflex konservativer gesellschaftlicher Gruppen. Besonders die neuerlichen Angriffe auf das sexuelle und reproduktive Selbstbestimmungsrecht von Frauen geben akuten Anlass zur Wiederaufnahme eines Kampfes, der „My Body My Choice“ wieder zur zentralen Forderung machen muss. Körperliche Selbstbestimmung heist auch so dick, so dünn, so groß, so klein, so schön, so hässlich, so (un-)behaart, so geschminkt und so gekleidet sein zu können, wie jede* will!

Für einen radikalen Feminismus! Am 8. März auf die Straße gehen!

Frauen*demo am
Freitag, 8.3.2013
17 Uhr am
Blochmannplatz

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Unter Frauen* verstehen wir Menschen, die sich als Frau definieren, von der Gesellschaft als Frau gelesen werden oder die als solche Diskriminierungserfahrungen durch patriarchiale und heteronormative Strukturen erleben.