Der Kampf von und für Frauen muss alltäglich geführt werden

Heute am 8. März, dem internationalen Frauenkampftag, gingen über 70 Menschen zu einer nicht angemeldeten lautstarken Demonstration in Marburg auf die Straße. Mit Parolen wie „Abtreibung ist Frauenrecht – bei ProLife da wird uns schlecht“ und „8.März alle Tage – das ist eine Kampfansage“ machten die Demonstrierenden ihrem Ärger über die bestehenden Verhältnisse Luft. Angefangen am Elisabeth-Blochmann-Platz lief die Demonstration zunächst über die Biegenstraße zur Elisabeth-Kirche, weiter bis zum Bahnhof und anschließend auf den Marktplatz. An diesen Plätzen wurden verschiedene Redebeiträge verlesen, in welchen deutlich gemacht wurde, warum dieser Tag als internationaler Frauenkampftag so wichtig ist. Simone Debuvar, die Sprecherin der Gruppe ProChoice Marburg, dazu: „Uns reicht es nicht, Frauen an diesem Tag eine Rose zu überreichen oder zum Sektempfang zu laden. Für uns ist und bleibt der 8. März Frauenkampftag!“

Thematisiert wurden bei den Kundgebungen die miserablen Zustände der Gesetzgebung und des gesellschaftlichen Umgangs mit Abtreibung, die sexistische und homophobe Gewalt, die Frauen alltäglich widerfährt und evangelikale Organisationen, die durch ihr frauenverachtendes Weltbild von sich Reden machen. „Denn noch immer erfahren Frauen auf Grund ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Identität und Orientierung Gewalt und solange das Bestand hat, kann nicht von der Gleichberechtigung aller Geschlechter gesprochen werden“, sagte Debuvar.

Solidarität erfuhr die Demonstration durch verschiedene Gruppen aus Marburg und Frankfurt. So gab es Redebeiträge zu dem Frauenraum Feministisches Archiv, zu feministischer Kritik an männerbündischen Organisationen wie der Deutschen Burschenschaft und zu dem Verkauf des Instituts für vergleichende Irrelevanz in Frankfurt. „Wir sind begeistert von so viel Unterstützung. Dies zeigt nur zu deutlich, dass das Motto des heutigen Tages Frauenkampftag, jeden Tag! keine leere Worthülse ist“, sagte die Sprecherin Debuvar.

Die Polizei Marburg begleitete die Demo mit mehreren Fahrzeugen und Motorrädern. „Das für Marburger Verhältnisse hohe Polizeiaufgebot überstieg alle Erwartungen und suggeriert eine als hoch empfundene Bedrohung durch Frauen, die am Frauenkampftag auf die Straße gehen“, stellt Debuvar nüchtern fest, „wir lassen uns aber dadurch nicht einschüchtern, sondern sehen es als Motivation den Kampf jeden Tag weiterzuführen.“