Feministische Demo zum Frauen*kampftag 2015

6. März 2015. 17:30 Uhr. Rudolphsplatz Marburg. (Vor dem Kino)

Wir müssen feministische Kämpfe selbst führen. Let’s organize!
Wir nehmen den internationalen Frauen*kampftag am 8. März zum Anlass, feministische Kämpfe sichtbar zu machen und in die Öffentlichkeit zu tragen. Wir müssen den offenen und subtilen Angriffen auf unsere Rechte entgegentreten und gemeinsam Strategien entwickeln. Dabei wollen wir nicht den Status Quo verteidigen, sondern weiterhin für ein Fortschreiten der emanzipatorischen Bewegung aktiv werden.
Wir kämpfen für politische und soziale Gerechtigkeit und Teilhabe. Wir kämpfen für die Möglichkeit, eigene Lebensentwürfe umzusetzen; Kinder zu haben oder keine Kinder zu haben; zu lieben, wen wir wollen, zu arbeiten, wenn und was wir wollen; auszusehen und aufzutreten, wie wir wollen und uns nicht patriarchalen Vorstellungen von Frauen* als Objekten zu unterwerfen; so laut und so leise zu sein, wie wir wollen!
Ob Grrrls, Ladiezz, Mädchen, Trans, Queers, Lesben, Femmes, Butches oder Bitches: Raus zum internationalen Frauen*kampftag!

Unversöhnlich sein mit den herrschenden Verhältnissen!
Trotz formaler Gleichstellung in der Politik, im Beruf und im Bildungsbereich gibt es bis heute gravierende Unterschiede im Geschlechterverhältnis. Auch wenn Schlagworte wie Lohnungleichheit der Doppelbelastung und Unvereinbarkeit von Familie und Beruf inzwischen abgedroschen klingen mögen, haben sie leider nichts von ihrer Aktualität verloren. (Frauen* bekommen nämlich immer noch im Durchschnitt 22% weniger Bruttostundenlohn als Männer in der BRD.) Die herrschenden Verhältnisse sind zäh, aber wir sind unversöhnlich!

Die sexistische Normalität stören und sexualisierte Gewalt angreifen!
Blöde Anmache in der Disse, herabwürdigende Kommentare von Lehrern oder am Arbeitsplatz, im Dunkeln lieber doch nicht alleine joggen gehen, nerviges auf den Busen-Glotzen und Hinterhergepfeife auf der Straße, angegrapscht werden, oder wenn breitbeiniges Sitzen, ‚zu kurze‘ Röcke oder nicht rasierte Beine als Provokation wahrgenommen und natürlich sofort kommentiert werden. Der alltägliche Sexismus – total normal? Wir finden: no way!
Auch in Deutschland formieren sich immer mehr sogenannte „Pick-up-Artists“ und auch Julien Blanc, einer der führenden Köpfe, versucht immer wieder hier Seminare abzuhalten. In diesen Seminaren geht es darum, Frauen* ihren Willen abzusprechen und sie zu sexuellen Handlungen zu „verführen“, was übersetzt bedeutet: Sie zu zwingen. Mit Checklisten und Videos propagiert er Methoden und Techniken, wie etwa den „Würgegriff“ bei fremden Frauen*. Diese Pick-Up-Artists sind Ausdruck einer Kultur, in der Frauen* als Statussymbole und Objekte gelten. In dieser ist sexualisierte Gewalt als Ausdruck von Macht und Besitzansprüchen alltäglich und wird als „männliche Sexualität“ normalisiert. Doch Täter, wie z.B. die Pick-Up-Artists, sehen sich selbst nicht als gewalttätig, sondern lediglich als „Verführer“. Einer der häufigsten Sätze, den Frauen* bei einer Vergewaltigung zu hören kriegen ist: „Du willst es doch auch.“
Wir haben diese frauenverachtende Kultur satt. Wir wissen selbst was wir wollen, mit wem und wann wir welche Sexualität leben wollen. Und, liebe Pick-Up-Artists, wir freuen uns darauf, euch auf der Straße zu begegnen und euch den Würgegriff noch einmal genauer zu demonstrieren.
Unser Weg ins Glück – Frauen* schlagt zurück!

Für Selbstbestimmung und Emanzipation eintreten!
In die körperliche Autonomie von Frauen*, Trans* und Intersex Personen wird weiterhin massiv eingegriffen und diese permanent verletzt. Ein Beispiel ist der seit 2010 verschärfte §218, der den Schwangerschaftsabbruch verbietet und die Straffreiheit reguliert. Ein weiteres Beispiel ist die gewaltvolle Durchsetzung der Zweigeschlechtlichkeit. Intergeschlechtliche Babys werden meist in den ersten Lebensjahren zwangsoperiert, lebenslange körperliche und seelische Folgen inklusiv. Das alles nur, um die Illusion der Zweigeschlechtlichkeit aufrecht zu erhalten.
Eine Regulierung davon, welche Genitalien wie und an welchen Körpern okay sind, schränkt immer wieder gerade Trans*personen ein. Der Zugang zu medizinischen Eingriffen wird durch Pathologisierungen und Kriminalisierungen verbaut. Noch immer bestimmt der Medizinische Dienst der Krankenkassen, wann Trans*Personen welche geschlechtsangleichenden medizinischen Maßnahmen in welcher Reihenfolge durchführen lassen können.
Diese immerwährenden Angriffe auf das sexuelle, körperliche und reproduktive Selbstbestimmungsrecht von Frauen*, Trans* und Interpersonen geben akuten Anlass zur Wiederaufnahme eines Kampfes, der „My Body My Choice“ wieder zur zentralen Forderung machen muss. Körperliche Selbstbestimmung heißt auch so dick, so dünn, so groß, so klein, so schön, so hässlich, so (un-)behaart, so geschminkt und so gekleidet sein zu können, wie jede* will!


Für einen radikalen Feminismus! 8 März ist alle Tage, am 6. März auf die Straße gehen!

Wir laden alle FrauenLesbenTrans* ein, mit uns am 6.März um 17:30 Uhr auf die Straße zu gehen. Den Kampf um die Befreiung von sexistischem Alltag und patriarchalen Strukturen können nur wir selbst führen. Geht mit uns auf die Straße, seit wütend, seit laut, habt Spaß.

Raise your voice, my body my choice!

INFOS BUSFAHRT MÜNSTER

22. März

Abfahrt Marburg: 6:45 Uhr (Neben der Stadthalle, Savignystraße)

Rückfahrt aus Münster: 16:30 Uhr

Tickets gibt es im Havanna 8
(5 Euro / Es gibt ein Kontingent an kostenfreien Solitickets, wenn ihr ein solches möchtet, schreibt an prochoicemarburg[at]gmail.com )

Mehr Infos unter: gegen 1000 Kreuze

Bus aus Marburg gegen den 1000 Kreuze Marsch in Münster

Einladung zur Mobiveranstaltung
am Mittwoch, 12.3 um 20 Uhr im Havanna 8, Lahntor 2

1000-Kreu­ze-Mär­sche
Jedes Jahr lau­fen fun­da­men­ta­lis­ti­sche Christ*innen durch Müns­ter. Mit wei­ßen Holz­kreu­zen be­waff­net beten sie gegen Schwan­ger­schafts­ab­brü­che, Ver­hü­tung, Sex vor der Ehe, Ho­mo­se­xua­li­tät und wo­ge­gen Men­schen fun­da­men­ta­lis­ti­scher Aus­rich­tung sonst noch so sind. Die­ser von „eu­ro­pro­li­fe“ or­ga­ni­sier­te Ge­bets­zug fin­det die­ses Jahr am 22. März statt. Auf den ers­ten Blick mag der Ge­bets­zug den Ein­druck einer skur­ri­len Ver­an­stal­tung er­we­cken. Die Kreu­ze­trä­ger*innen er­schei­nen man­chen als ge­sell­schaft­lich nicht ernst zu neh­men­de Min­der­heit. Tat­säch­lich ist die Be­we­gung, die hin­ter Ver­an­stal­tun­gen wie „1000 Kreu­ze für das Leben“ steht, aber keine ex­tre­me und iso­lier­te Rand­er­schei­nung, son­dern Teil einer brei­te­ren ge­sell­schaft­li­chen Ent­wick­lung. Die an­ti­eman­zi­pa­to­ri­schen und re­ak­tio­nä­ren In­hal­te, für die die Kreuz­trä­ger*innen auf die Stra­ße gehen, fin­den sich in ähn­li­cher Weise auch im ge­sell­schaft­li­chen und po­li­ti­schen Main­stream, in den so­ge­nann­ten bür­ger­li­chen Par­tei­en und zum Teil auch in der ex­tre­men Rech­ten.
Seit 2009 or­ga­ni­siert sich des­halb ent­schie­de­ner Wi­der­stand gegen den „1000-Kreu­ze-Marsch“. Mit ver­schie­de­nen Ak­ti­ons­for­men wird der Ge­bets­zug kri­tisch und laut­stark be­glei­tet und so ent­schlos­sen gegen die re­ak­tio­nä­re Ideo­lo­gie der Christ*innen pro­tes­tiert. Im letz­ten Jahr gab es erst­mals eine große und kraft­vol­le De­mons­tra­ti­on des Bünd­nis­ses „Gegen 1000 Kreu­ze“, die den In­hal­ten der christ­li­chen Fun­da­men­ta­list*innen ei­ge­ne fe­mi­nis­ti­sche und eman­zi­pa­to­ri­sche Po­si­tio­nen durch An­eig­nung des öf­fent­li­chen Raums ent­ge­gen­set­zen konn­te. Wäh­rend wir im Laufe der Jahre immer mehr wur­den, wur­den die Teil­neh­mer*innen des „Kreu­ze-Mar­sches“ im Laufe der Jahre immer we­ni­ger. In an­de­ren Städ­ten ver­läuft die Ent­wick­lung al­ler­dings an­ders. In Ber­lin bei­spiels­wei­se neh­men an einem ver­gleich­ba­ren Marsch mitt­ler­wei­le über 2000 Men­schen teil. (weiter lesen)

Von Marburg aus wird es am 22. März einen Bus von uns geben.
Kommt zahlreich zur Mobiveranstaltung, dort wird es auch Tickets geben (5 Euro).
Kontakt: prochoicemarburg [at] gmail [punkt] com

Termine rund um den Frauenkampftag 2014

18.2. Film: „Der lange Arm der Kaiserin. Schwangerschaftsabbruch in Österreich“ in der Stressmob-Kneipe (Emil-Mannkopffstr. 6, Marburg) Beginn: 21 Uhr

24.2. Workshop: „Caring for Communism“ Die Krise der Reproduktion sichtbar machen! in der Rakete im Bettenhaus (Emil-Mannkopffstr. 6, Marburg)
Beginn 17:30 Uhr

25.2 Input und Diskussion
zum Thema „Evangelikale Strukturen in und um Marburg“ in der Riot-grrrl-Kneipe (Emil-Mannkopff-Str. 6, Marburg)
Beginn 22 Uhr

1.3 Lad_iez*Night im Havanna 8

7. 3 Frauen*kampftag-Demo 19 Uhr Elisabeth-Blochmannplatz

vom 7. auf den 8. werden bei Radio-Unerhört Marburg Non-Stopp die Riot Grrrl Berlin
Compilations gespielt.

8.3 nach Berlin

8.3 in Marburg Nachmittagsprogramm siehe FemArchiv und AFLR

22 Uhr flt* Party im Trauma

9.3 Kickbox-Workshop (flt*) 13 Uhr, Institut für Leibesübungen, Barfüßerstr.1 Anmeldung: flti_kickboxen_marburg[at]lists.riseup.net

12. 3. Mobiveranstaltung gegen den 1000 Kreuze für das Leben-Marsch in Münster, 20:30 Uhr, Ort wird noch bekannt gegeben

22.3. Fahrt nach Münster zur Gegendemo gegen den 1000 Kreuze Marsch

ihr habt noch mehr Termine rund um den 8.März? Schreibt an: prochoicemarburg [at] googlemail [dot] com

My Body My Choice – Gegen den 1000 Kreuze Marsch in Münster

ProChoice Marburg ruft auf, am 22. März gemeinsam nach Münster zu fahren.

Jedes Jahr im März versammeln sich Lebenschützer_innen in Münster zum sogenannten Gebetszug 1000 Kreuze für das Leben. Die Holzkreuze, die die Teilnehmer_innen in oft betender Haltung vor sich her tragen, stehen für die angeblich jeden Tag stattfindenden 1000 „Morde an ungeborenen Kindern“. Der Marsch für das Leben wird veranstaltet von der Organisation EuroProLife, die sich als eine europäische und überkonfessionelle Lebensschutzorganisation versteht und weitere Märsche in München und Fulda organisiert.

In Münster wird am 22. März eine Gegendemo stattfinden, um diesen Marsch nicht unkommentiert zu lassen. Von Marburg aus wird es einen Bus nach Münster zu dieser Demo geben.

Mobiveranstaltung gegen den 1000 Kreuze für das Leben-Marsch in Münster

—> 12.3.2014, 20:30 Uhr (Ort wird noch bekanntgegeben)

Bei Interesse an Busplätzen und für unsere weitere Planung schreibt eine Mail

an prochoicemarburg [at] gmail [dot] com mit der Anzahl der Personen (keine

Namen etc.angeben)

Frauen*demo – am 8. März auf die Straße gehen!

Wir müssen feministische Kämpfe selbst führen. Let’s organize!
Wir nehmen den internationalen Frauen*kampftag am 8. März zum Anlass, feministische Kämpfe sichtbar zu machen und in die Öffentlichkeit zu tragen. Wir sind solidarisch mit den vielen feministischen Kämpfe, wie sie von Schwarzen, lesbischen, queeren, be-hinderten, hetera und noch viel mehr Frauen* zu unterschiedlichen Zeitpunkten und unter unterschiedlichen gesellschaftlichen Bedingungen geführt wurden. Wir sind solidarisch mit all diesen Kämpfen, die einerseits für spezifische Ziele und Bedürfnisse kämpfen, doch gleichzeitig gemeinsam haben, gegen Diskriminierung und Ungleichheit zu kämpfen und für gleiche Rechte und Anerkennung einzutreten. Heute müssen wir den subtileren Angriffen auf unsere Rechte allerdings neu begegnen und gemeinsam neue Strategien entwickeln. Dabei wollen wir nicht den Status Quo verteidigen, sondern weiterhin für ein Fortschreiten der emanzipatorischen Bewegung aktiv werden. Wir kämpfen für politische und soziale Gerechtigkeit und Teilhabe. Wir kämpfen für die Möglichkeit, eigene Lebensentwürfe umzusetzen; Kinder zu haben oder keine Kinder zu haben; zu lieben, wen wir wollen, zu arbeiten, wenn und was wir wollen; auszusehen und aufzutreten, wie wir wollen und uns nicht patriarchalen Vorstellungen von Frauen* als Objekten zu unterwerfen; so laut und so leise zu sein, wie wir wollen!
Ob Grrrls, Ladiezz, Mädchen, Trans, Queers, Lesben, Femmes, Butches oder Bitches: Raus zum internationalen Frauen*kampftag! Am 8. März auf die Straßen gehen!

Unversöhnlich sein mit den herrschenden Verhältnissen!
Trotz formaler Gleichstellung in der Politik, im Beruf und im Bildungsbereich gibt es bis heute gravierende Unterschiede im Geschlechterverhältnis. Auch wenn Schlagworte wie Lohnungleichheit (Frauen bekommen im Durchschnitt 22% weniger Bruttostundenlohn als Männer in der BRD) oder Doppelbelastung und Unvereinbarkeit von Familie und Beruf (immerhin ganze 27% der Väter gehen für meistens ganze 2 Monate in Elternzeit) inzwischen abgedroschen klingen mögen, haben sie leider nichts von ihrer Aktualität verloren. Erinnert sei an den Vorschlag der Familienministerin Kristina Schröder zur ‚Herdprämie‘, ein lächerliches Betreuungsgeld für , Elternteile (vermutlich welchen Geschlechts?), die sich zu Hause um ihre Kinder kümmern und die gerade offiziell beschlossen wurde. Oder an die super Idee einer ‚Flexiquote‘, eine freiwillige, selbstverpflichtende Quote von Unternehmen (der Anteil von Frauen in den Vorständen bei großen börsendatierten Unternehmen liegt übrigens bei ca. 3%). Die herrschenden Verhältnisse sind zäh, aber wir sind unversöhnlich!

Die (hetero-)sexistische Normalität stören!

Der alltägliche Sexismus – gerade war er wieder mal in aller Munde. Die Debatte um die Äußerungen des FDPlers Rainer Brüderle gegenüber der Journalistin Laura Himmelreich stießen im Januar 2013 eine empörte Debatte über sexistisches Verhalten von Männern an. Zum Teil wurden die Äußerungen als saloppe, eventuell unpassende Bemerkungen verharmlost. Zum Teil wurden Überraschung und Bestürzung geheuchelt, dass ’sowas‘ ‚heutzutage‘ noch vor komme. Schade, dass es einen Rainer Brüderle braucht, um plötzlich solche Verhaltensweisen gegenüber Frauen* als skandalös bezeichnen zu können, gehören sie doch zur Alltagserfahrung vieler Frauen* und scheinen sonst kaum eine_n zu irritieren: Blöde Anmache in der Disse, herabwürdigende Kommentare von Lehrern oder am Arbeitsplatz, im Dunkeln lieber doch nicht alleine joggen gehen, nerviges auf den Busen-Glotzen und Hinterhergepfeife auf der Straße, angegrapscht werden, oder wenn breitbeiniges Sitzen, ‚zu kurze‘ Röcke oder nicht rasierte Beine als Provokation wahrgenommen und natürlich sofort kommentiert werden. Der alltägliche -Sexismus – total normal? Wir finden: no way!

Für Selbstbestimmung und Emanzipation eintreten!
Im Januar 2013 wurde in Köln einer Frau ,die sich nach einer Vergewaltigung in zwei verschiedenen katholischen Kliniken zur Beweisaufnahme gynäkologisch untersuchen lassen wollte, die Untersuchung sowie die ‚Pille danach‘ verwehrt. Im Jahr 2010 wurde die körperliche Autonomie von Frauen durch die Verschärfung des Gesetzes zum Schwangerschaftsabbruch eingeschränkt. Der § 218 ist ein weiteres Mal Symbol für den frauenfeindlichen Reflex konservativer gesellschaftlicher Gruppen. Besonders die neuerlichen Angriffe auf das sexuelle und reproduktive Selbstbestimmungsrecht von Frauen geben akuten Anlass zur Wiederaufnahme eines Kampfes, der „My Body My Choice“ wieder zur zentralen Forderung machen muss. Körperliche Selbstbestimmung heist auch so dick, so dünn, so groß, so klein, so schön, so hässlich, so (un-)behaart, so geschminkt und so gekleidet sein zu können, wie jede* will!

Für einen radikalen Feminismus! Am 8. März auf die Straße gehen!

Frauen*demo am
Freitag, 8.3.2013
17 Uhr am
Blochmannplatz

*
Unter Frauen* verstehen wir Menschen, die sich als Frau definieren, von der Gesellschaft als Frau gelesen werden oder die als solche Diskriminierungserfahrungen durch patriarchiale und heteronormative Strukturen erleben.

Der Kampf von und für Frauen muss alltäglich geführt werden

Heute am 8. März, dem internationalen Frauenkampftag, gingen über 70 Menschen zu einer nicht angemeldeten lautstarken Demonstration in Marburg auf die Straße. Mit Parolen wie „Abtreibung ist Frauenrecht – bei ProLife da wird uns schlecht“ und „8.März alle Tage – das ist eine Kampfansage“ machten die Demonstrierenden ihrem Ärger über die bestehenden Verhältnisse Luft. Angefangen am Elisabeth-Blochmann-Platz lief die Demonstration zunächst über die Biegenstraße zur Elisabeth-Kirche, weiter bis zum Bahnhof und anschließend auf den Marktplatz. An diesen Plätzen wurden verschiedene Redebeiträge verlesen, in welchen deutlich gemacht wurde, warum dieser Tag als internationaler Frauenkampftag so wichtig ist. Simone Debuvar, die Sprecherin der Gruppe ProChoice Marburg, dazu: „Uns reicht es nicht, Frauen an diesem Tag eine Rose zu überreichen oder zum Sektempfang zu laden. Für uns ist und bleibt der 8. März Frauenkampftag!“

Thematisiert wurden bei den Kundgebungen die miserablen Zustände der Gesetzgebung und des gesellschaftlichen Umgangs mit Abtreibung, die sexistische und homophobe Gewalt, die Frauen alltäglich widerfährt und evangelikale Organisationen, die durch ihr frauenverachtendes Weltbild von sich Reden machen. „Denn noch immer erfahren Frauen auf Grund ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Identität und Orientierung Gewalt und solange das Bestand hat, kann nicht von der Gleichberechtigung aller Geschlechter gesprochen werden“, sagte Debuvar.

Solidarität erfuhr die Demonstration durch verschiedene Gruppen aus Marburg und Frankfurt. So gab es Redebeiträge zu dem Frauenraum Feministisches Archiv, zu feministischer Kritik an männerbündischen Organisationen wie der Deutschen Burschenschaft und zu dem Verkauf des Instituts für vergleichende Irrelevanz in Frankfurt. „Wir sind begeistert von so viel Unterstützung. Dies zeigt nur zu deutlich, dass das Motto des heutigen Tages Frauenkampftag, jeden Tag! keine leere Worthülse ist“, sagte die Sprecherin Debuvar.

Die Polizei Marburg begleitete die Demo mit mehreren Fahrzeugen und Motorrädern. „Das für Marburger Verhältnisse hohe Polizeiaufgebot überstieg alle Erwartungen und suggeriert eine als hoch empfundene Bedrohung durch Frauen, die am Frauenkampftag auf die Straße gehen“, stellt Debuvar nüchtern fest, „wir lassen uns aber dadurch nicht einschüchtern, sondern sehen es als Motivation den Kampf jeden Tag weiterzuführen.“

Termine zum Frauenkampftag

Donnerstag 8. März Frauenkampftag
13 Uhr Elisabeth-Blochmann Platz, Marburg
16 Uhr Marktplatz, Marburg

Freitag 9. März 20 Uhr
Vokü in der Alten Mensa (Reitgasse 11, Marburg)
danach Feministischer Nachtisch

Ab 23 Uhr: Fette Feminismus Fete in der Rakete im
Bettenhaus (Emil-Mannkopfstr. 6, Marburg)

Samstag 10. März
Marburg geht Münster – Demo gegen „1000 Kreuze für das Leben“
Du willst mitfahren? muenster_mob2012[lustiges email zeichen]riseup.net

Sonntag 11. März 14 Uhr
Feministischer Stadtrundgang vom FemArchiv
Treffpunkt Pferdestatue am unteren Steinweg, Marburg

Dienstag 13. März 20 Uhr
Filmabend in der Rakete (Bettenhaus)
Film über feministische Kämpfe der Suffragetten in den USA der 1910er Jahre
Danach Feministische Frauen*Open Stage

Demo toll! Polizei nicht.

100. Frauenkampftag in Marburg. Rund 500 Menschen demonstrieren für sexuelle Selbstbestimmung – auf der rechten Straßenseite.

Am 8. März 2011 gingen in Marburg 500 überwiegend junge Menschen unter dem Motto „My body my choice reloaded“ auf die Straße. Aufgerufen hatten neben dem Autonomen FrauenLesben Referat aus Marburg etwa 30 weitere Gruppen aus Hessen und Rheinland-Pfalz. Für Marburger Verhältnisse stellte der Demo-Zug beinahe eine Großdemonstration dar – aus dieser Sicht betrachtet ein voller Erfolg für die Organisatorinnen.

Auf dem Weg durch die Marburger Innenstadt wurde neben der Forderung nach sexueller Selbstbestimmung von Frauen (zentral zum Beispiel die Forderung nach der Legallisierung von Schwangerschaftsabbrüchen), auch Kritik an diversen Marburger Organisationen wie dem evangelikalen ChristusTreff und dem Väteraufbruch laut. Diese stehen in Marburg exemplarisch für eine antifeministische und homophobe Grundstimmung, die fest in der Lokalpolitik verankert ist. Redebeiträge wurden von der antifaschistischen gruppe 5, der Gruppe lisa:2, dem Autonomen FrauenLesbenReferat (alle aus Marburg), sowie dem Autonomen Referat für Frauen und Geschlechterpolitik aus Kassel gehalten. Die Abschlusskundgebung bestand aus einem Konzert der Marburger „Musikkapelle“ Monsterbeat and the Immigrant.

Trotz der Größe der Demonstration ließ es sich die Einsatzleitung der Polizei nicht nehmen, auf die Auflagen zu beharren und ausdauernd darauf hinzuweisen, dass die Teilnehmer_innen doch ausschließlich auf der rechten Straßenseite zu laufen hätten. Statt die Straße für die lautstarke Versammlung abzusperren drohten sie von Beginn an mit der zwangsweisen Auflösung und kündigten letztendlich rechtliche Folgen für die Demonstrationsleitung an.

Das Medienecho ist bislang gering geblieben, dennoch ist festzuhalten, dass in Marburg radikale feministische Politik erfolgreich auf die Straße getragen wurde und dies als ein gelungener Auftakt für die weitere politische Arbeit in Hessen und darüber hinaus gewertet werden kann.

8. März jeden Tag! Für sexuelle Selbstbestimmung – My body my choice!

Redebeitrag des Autonomen FrauenLesbenReferat Marburg

Redebeitrag der antifaschistischen gruppe 5

Redebeitrag der Gruppe LISA:2


Artikel mittelhessen.de

Demo am 8. März 2011 in Marburg

Heraus zum 100. Frauenkampftag*! My Body My Choice reloaded!

Aufruf zur Demonstration am 8. März 2011 in Marburg, 18 Uhr, Elisabeth-Blochmann-Platz

Mobi-Jingle Demo
Bertolt Brecht – Ballade vom Paragraphen 218
What Women Deserve

Unterstützungsbekundungen bitte per E-Mail an:
prochoice[KEIN SPAM]marburg@gmail.com

(Hinweis: Beim Mailen die Zeichen „[KEIN SPAM]“ aus der E-Mail-Adresse enfernen!)

Die Veranstaltungsreihe „My Body My Choice reloaded“ des Autonomen FrauenLesbenReferats Marburg, die von Ende Januar bis Anfang Februar verschiedene feministische Themen beleuchtete, hat einmal mehr gezeigt, dass antifeministische Einstellungen gesellschaftlich wirkmächtig sind und in den letzten Jahren verstärkt zum Ausdruck kommen. Thematisiert wurde u.a. die Gesetzgebung rund um den Schwangerschaftsabbruch, die Frauen nach wie vor nicht erlaubt, selbst über ihr Leben zu bestimmen, die gesellschaftliche Stigmatisierung von Lebensentwürfen von Frauen ohne Kinder und der antifeministische Gegenwind, der Vertreter_innen von Frauenrechten entgegenkommt, z.B. durch die einflussreiche US-amerikanische Tea-Party-Bewegung.
Dies ist allerdings nur ein kleiner Ausschnitt der (neuen) Herausforderungen, denen Frauen, in diesem Falle vor allem in der westlichen Welt(1) , ausgesetzt sind. Nennen könnte man in diesem Zusammenhang etwa noch die erstarkende Väterrechtsbewegung, die in Deutschland vor allem durch ihre Opposition zu Frauenhäusern auffällt, oder der wachsende Einfluss evangelikaler Strömungen, die für die Propagierung eines homophoben und frauenfeindlichen Weltbilds stehen. In Marburg wurde Letzteres auch und vor allem beim evangelikalen „Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“ 2009 deutlich, der von massivem Protest begleitet wurde. Dass Marburg als Kongressort ausgewählt wurde, ist, nebenbei bemerkt, kein Zufall: Unter anderem der evangelikale Marburger Christus-Treff bringt jeden Donnerstag 200 junge Anhänger_innen christlich-konservativer Werte im Gottesdienst zusammen.
Besonders die neuerlichen Angriffe auf das sexuelle Selbstbestimmungsrecht von Frauen geben heute akuten Anlass zur Wiederaufnahme eines Kampfes, der „My Body My Choice“ wieder zur zentralen Forderung machen muss. Die Einschränkung der körperlichen Autonomie von Frauen durch die Verschärfung des Gesetzes zum Schwangerschaftsabbruch im Jahr 2010 wollen und können wir nicht hinnehmen. Der § 218 ist ein weiteres Mal Symbol für den frauenfeindlichen Reflex konservativer gesellschaftlicher Gruppen.

Zusammengefasst kann man also sagen, dass Frauen auch in den westlichen Industrieländern immer noch und auf immer neue Arten und Weisen daran gehindert werden, ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen und Regeln zu leben – jenseits eines Daseins als Abbild einer medial gepushten „Alpha-Frau“, die lediglich die Regeln einer männlich dominierten Arbeitswelt verinnerlicht. Dies führt unserer Ansicht nach nicht zur Emanzipation, sondern zur fortgesetzten Stärkung von kapitalistischen, rassistischen und sexistischen Spielregeln.

Warum also eine Demonstration am 8.März?
Wir nehmen den diesjährigen 100. Frauenkampftag zum Anlass, den feministischen Kampf neu zu besetzen.
Historisch steht der Frauenkampftag seit 1911 für den Kampf organisierter Frauen innerhalb der sozialistischen Bewegung um das Frauenwahlrecht. Wir sehen uns in der Tradition der vielen Generationen von Frauen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten und unter unterschiedlichen gesellschaftlichen Bedingungen für Frauenrechte gekämpft haben.
Heute müssen wir den subtileren Angriffen auf unsere Rechte allerdings neu begegnen und gemeinsam neue Strategien entwickeln. Dabei wollen wir nicht den Status Quo verteidigen, sondern weiterhin für ein Fortschreiten der emanzipatorischen Bewegung aktiv werden.
Über den Sinn und Unsinn, den Internationalen Frauentag als Frauenkampftag für die Formulierung feministischen Widerstands zu nutzen, ist viel gestritten worden. Nicht zuletzt regt sich Kritik auf Grund der Vereinnahmung des Tages durch große staatliche Organisationen. Gerade die Tatsache, dass sich im (partei-)politischen Rahmen heute keine bemerkenswerte Opposition zu einem antifeministischen Backlash formiert, zeigt uns eines ganz deutlich: Wir müssen den Frauenkampftag mit unseren Themen besetzen und nach unseren Bedürfnissen gestalten.

Wir müssen den feministischen Kampf selbst führen.

Wir kämpfen für die Möglichkeit, eigene Lebensentwürfe umzusetzen, Kinder zu haben oder keine Kinder zu haben, zu lieben, wen wir wollen, und uns nicht patriarchalen Vorstellungen von Frauen als Objekten zu unterwerfen.

MY BODY MY CHOICE! Für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen!

08.03.2011 – 18 Uhr – Elisabeth-Blochmann-Platz, Marburg

*all gender welcome

(1) Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass es von unserer Position aus unmöglich ist weltumspannend für ALLE Frauen mit oft sehr unterschiedlicher Alltagsrealität zu sprechen und sehen dies natürlich als Defizit an.

Unterstützungsbekundungen bitte per E-Mail an:
prochoice[KEIN SPAM]marburg@gmail.com

(Hinweis: Beim Mailen die Zeichen „[KEIN SPAM]“ aus der E-Mail-Adresse enfernen!)

Bisherige Unterstützer_innen:

AgF – Arbeitsgemeinschaft für gewerkschaftliche Fragen, Marburg
ALLE FRAUEN – Referat des AStA Uni Mainz
antifa [ko], Kreis Offenbach
Antifa Overload Lahn-Dill
AntiFa.R4, Gießen
antifaschistische gruppe 5, Marburg
autonome antifa [f], Frankfurt
Autonomes FrauenLesben-Referat an der Uni Frankfurt
Autonomes FrauenLesbenReferat, Marburg
Autonomes queer-feministisches Frauenreferat im AStA der JLU Gießen
Autonomes Referat für Frauen und Geschlechterpolitik, Kassel
Autonomes Schwulenreferat im AStA der JLU Gießen
BUNDjugend Gießen
Bündnis Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus
campusAntifa, Frankfurt
Demokratische Linke, Gießen
fuego! radikale linke Alsfeld
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen, Jugendbildungsreferat
gruppe bamm, Marburg
havanna8, Kollektivkneipe Marburg
JAM, Marburg
LAG Mädchenpolitik in Hessen e.V.
LISA:2, Marburg
Onkel Emma, Marburg
Pro Choice Marburg
raum_in, Darmstadt
Stressmob, Marburg
turn*left, Frankfurt
YXK, Marburg

Let’s do it again: